«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Donnerstag der 7. Osterwoche
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Petrus Damiani (1007-1072), Einsiedler, dann Bischof und Kirchenlehrer
Opusculum 11 „Dominus vobiscum“, 6

„Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin“

Obwohl die heilige Kirche bei der Vielzahl der Personen unterschiedlich ist, so ist sie doch durch das Feuer des Heiligen Geistes zu einer Einheit zusammengeschlossen. Wenn sie auch, physisch gesehen, auf mehrere Familien verteilt zu sein scheint, kann das Mysterium ihrer tiefen Einheit nichts an seiner VollstĂ€ndigkeit verlieren: „Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ sagt der hl. Paulus (vgl. Röm 5,5). Dieser Geist ist zweifelsfrei ungeteilt und zugleich vielfĂ€ltig, ungeteilt im Wesen seiner MajestĂ€t und vielfĂ€ltig in den Gaben und Charismen, die er der heiligen Kirche schenkt und mit seiner Gegenwart erfĂŒllt. Und dieser Heilige Geist schenkt der Kirche sowohl das Einssein trotz ihrer UniversalitĂ€t, und gleichzeitig ist sie in jedem ihrer Glieder vollstĂ€ndig zugegen [...]

Wenn also diejenigen, die an Christus glauben, eins sind, so ist bei jedem einzelnen, wo immer er sich auch physisch befinden mag, der ganze Leib Christi durch das sakramentale Mysterium anwesend. Und alles, was fĂŒr den ganzen Leib gilt, gilt auch fĂŒr jedes seiner Glieder [...] Wann immer sich mehrere GlĂ€ubige zusammenfinden, können sie daher sagen: „Neige dein Ohr, HERR, und gib mir Antwort, denn elend und arm bin ich! BeschĂŒtze mich, denn ich bin dir ergeben!“ (Ps 86(85),1-2). Und wenn wir alleine sind, können wir sehr wohl singen: „Jubelt Gott zu, er ist unsere StĂ€rke, jauchzt dem Gott Jakobs!“ (Ps 81(80),2). Es ist auch nicht unangebracht, wenn wir alle miteinander sprechen: „Ich will den HERRN allezeit preisen; immer sei sein Lob in meinem Mund“ (Ps 34(33),2); ebenso wenig unangebracht ist es, wenn ich als Einzelner ausrufe: „Preist mit mir die GrĂ¶ĂŸe des HERRN, lasst uns gemeinsam seinen Namen erheben!“ (Ps 34(33),4); das gilt auch fĂŒr sehr viele andere vergleichbare Worte. Das Alleinsein hindert niemanden, im Plural zu sprechen, und eine Schar GlĂ€ubiger kann sich sehr wohl im Singular ausdrĂŒcken. Die Macht des Heiligen Geistes, der jedem GlĂ€ubigen innewohnt und alle GlĂ€ubigen umfĂ€ngt, bewirkt, dass hier eine Einsamkeit bevölkert ist und dass dort eine Menge ganz eins ist.



 
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