«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68
















 

Gedenktag der Enthauptung Johannes des Täufers
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Maximus von Turin (? - um 420), Bischof
Predigt 36

«Und du, Kind wirst Prophet des Höchsten heißen» (Lk 1,76)

Ich weiß nicht, welchen ehrenvollen Lebensumständen des heiligen, seligen Johannes des Täufers, dessen Fest wir heute feiern, der Vorzug zu geben ist: dem Wunder seiner Geburt oder dem noch größeren Wunder seines Todes. Seine Geburt hat eine Prophezeiung mit sich gebracht (Lk 1,76f), sein Tod die Wahrheit; seine Geburt hat die Ankunft des Retters verkündet, sein Tod den Inzest des Herodes verurteilt. Dieser heilige Mann hat es in den Augen Gottes verdient, nicht auf die gleiche Weise aus der Welt zu gehen wie die anderen Menschen. Durch sein Bekenntnis zum Herrn hat er den Leib verlassen, den er von ihm erhalten hatte. Johannes hat in allem den Willen Gottes erfüllt, da sein Leben wie sein Sterben im Einklang mit den Plänen Gottes stand.

Noch im Schoß seiner Mutter hüpfte er voll Freude und feierte so, da er es noch nicht mit seiner Stimme vermochte, die Ankunft seines Herrn. Elisabeth sagte zur heiligen Maria: „In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind in meinem Leib“(Lk 1,44). Johannes freut sich also schon vor seiner Geburt, und noch bevor seine Augen erkennen, wessen Handschrift die Welt trägt, erkennt sein Geist bereits den, der ihr Herr ist. Ich glaube, das meint das Prophetenwort: „Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen; noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt“ (Jer 1,5). Seien wir also nicht darüber erstaunt, dass Johannes im Kerker, in den Herodes ihn hatte einschließen lassen, weiterhin Christus verkündete: hatte er doch, als er noch eingeschlossen war im Leib seiner Mutter, schon durch sein Hüpfen die Ankunft des Herrn verkündet.  



 
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